Drachen zähmen leicht gemacht 3 – Die geheime Welt…

…bildet den würdigen, rührigen, dabei aber nicht zuuu sentimentalen Abschluss einer sehr gelungenen Trilogie, von der ich trotz aller Wehmut sehr hoffe, dass sie das (Dreiteiler) – anders als beispielsweise das eigentlich perfekte beendete, nunmehr künstlich wiederbelebte „Toy Story“-Franchise – auch bleiben wird. Neben Humor und Herz werden mir vor allem die wunderschön animierten Bilder fehlen, die keinen Hehl daraus machen, dass Roger Deakins als visueller Berater fungierte.

D.C.L.

Chaos im Netz…

…gefällt sich in seinen schlechteren Momenten deutlich zu sehr darin, sich im Product Placement führender Internetkonzerne zu suhlen und auf die langjährige Disney-Filmgeschichte zu masturbieren, was schade ist, verlor ich als Zuschauer so doch gelegentlich die Tatsache aus den Augen, dass hier eine sehr rührende, erstaunlich differenzierte Geschichte zum Thema Freundschaft und Loslassen erzählt wird. Doch selbst, wenn der Film sonst nichts taugen würde (was er definitiv tut!): Der Moment in welchem er kurz die gemeine Kommentarfunktion kommentiert, spricht mir aus dem Herzen wie selten etwas auf der Leinwand betrachtetes, und die Sequenz, in welcher Vanellope einen von Alan fucking Menken komponierten Anti-Disneysong zu enden alle Disneysongs singt, ist schlicht grenzgenial.

D.C.L.

L‘Ora Legale (Ab heute sind wir ehrlich, O-Ton)…

…hat ein paar wirklich amüsante Momente, bleibt aber insgesamt viel zu brav, klischeehaft und an der Oberfläche, um als Satire auf Korruption in einer sizilianischen Kleinstadt wirklich unter die Haut zu gehen.

D.C.L.

Fahrenheit 11/9 (O-Ton)…

…ist Michael Moores wütender Appell zur (friedlichen) Revolte. Ganz klar als Weckruf vor den letztjährigen Midterms konzipiert, wandert er rastlos vom Großen zum Kleinen und wieder zum Großen, vom genau Analysierenden zum Polemischen, vom gewohnt satirisch Überspitzten zu ungeheuerlichen Thesen, die mal durch geduldiges Erklären, mal aufgrund einfacher Zusammenstellungen von altem Bildmaterial und neuen Aufnahmen mit jeder verstreichenden Minute weniger absurd anmuten. Dass er dabei auch nicht das „eigene“ Lager schont und anhand eines krassen Beispiels aufzeigt, was für ein Arschloch Obama sein konnte, ist dabei ebenso wohltuend, wie seine klare Erkenntnis, dass er in seinem Alter nicht mehr der strahlende Anführer irgendeiner Revolution sein kann, weswegen er den Platz vor der Kamera vielen HoffnungsträgerInnen des jungen Amerika überlässt, seien es die Überlebenden des Parkland-Massakers, Alexandria Ocasio-Cortez oder die abertausend Kinder und Jugendlichen, die sich immer wieder formieren und auf die Straße gehen.
Moore hat definitiv schon stringentere, rundere Filme gemacht. Aber selten so (ein-)dringliche.

D.C.L.

Womit haben wir das verdient?…

…ist eine fein gespielte Patchworkfamilienkomödie aus Österreich, welche die vielen großen, schwierigen Themen, mit denen sie jongliert – Religion und Fundamentalismus, Pubertät und Coming of Age, Feminismus und Tradition – mal besser, mal deutlich schlechter im Griff hat, aber mit so vielen oft laut zündenden Pointen versehen ist, dass sich eine Sichtung allemal lohnt.

D.C.L.