Captain Marvel…

…ist bestimmt nicht das Originellste, was Marvel in den letzten Jahren zustande gebracht hat. Er ist nicht rund wie der „Winter Soldier“, frech wie „Ragnarok“ oder gar ein Game Changer wie „Black Panther“ – trotz der Tatsache, dass er der allererste MCU-Film mit titelgebender Heroine ist (nach zehn Jahren, seufz).
Muss er aber auch gar nicht sein, hat er doch einen blendend aufgelegten Cast, der mit ansteckender Heiterkeit die 90er unsicher macht – allen voran Samuel L. Jackson, der es so aufrichtig genießt, mit seinen 70 (!) Lenzen noch einmal ungeniert jung, cool und smooth zu sein wie damals in den Rollen, die ihn völlig zu Recht zum Superstar machten, dass ich irgendwann aus dem Grinsen nicht mehr rauskam. Seine digitale Verjüngungskur können nur Menschen durchgehend und ohne jeden Uncanny Valley-Effekt schlucken, die viel zu selten echte Menschen wirklich betrachten, aber gelegentlich funktioniert sie schweinegut und ist ab einem gewissen Punkt dann gekauft, abgehakt, eingetütet und tatsächlich vergessen – anders als bei Clark Greggs Agent Coulson, der aussieht, als hätte ihn jemand mit Wachs geht so gut nachmodeliert – was mich bei noch jedem seiner Auftritte komplett aus dem Film warf.
Brie Larson bildet in dieser ungewöhnlichen Buddy Movie-Paarung den perfekten Gegenpart zu Jackson und gemeinsam versprühen die beiden einen Witz und eine Chemie, der selbst die narrativ holprigsten Stellen mühelos umfährt.
Sehr gutartiger, heiterer, federleichter Superheldinnenfilm, nicht perfekt, aber sooo süffig.

D.C.L.

Vom Lokführer, der die Liebe suchte („O-Ton“)…

…nutzt in der ersten Hälfte seine Prämisse, als moderner Stummfilm komplett ohne Dialoge auszukommen, bravourös und erzählt mit melancholischer Heiterkeit vom nicht mehr jungen titelgebenden Lokführer und seinem Alltag kurz vor der Pension – um dann ab besagtem Ruhestand eine reine, lange, nicht nennenswert unterhaltsame Altherrenphantasie um die Suche nach den passenden Brüsten für einen von der Lok mitgenommenen BH zu werden. Was schade ist, weckte der Film doch gerade zu Beginn im besten Sinne Assoziationen mit Größen wie Buster Keaton, während er gegen Ende vollends auf „Eis am Stiel“-Niveau abdriftet.

D.C.L.

Drachen zähmen leicht gemacht 3 – Die geheime Welt…

…bildet den würdigen, rührigen, dabei aber nicht zuuu sentimentalen Abschluss einer sehr gelungenen Trilogie, von der ich trotz aller Wehmut sehr hoffe, dass sie das (Dreiteiler) – anders als beispielsweise das eigentlich perfekte beendete, nunmehr künstlich wiederbelebte „Toy Story“-Franchise – auch bleiben wird. Neben Humor und Herz werden mir vor allem die wunderschön animierten Bilder fehlen, die keinen Hehl daraus machen, dass Roger Deakins als visueller Berater fungierte.

D.C.L.

Chaos im Netz…

…gefällt sich in seinen schlechteren Momenten deutlich zu sehr darin, sich im Product Placement führender Internetkonzerne zu suhlen und auf die langjährige Disney-Filmgeschichte zu masturbieren, was schade ist, verlor ich als Zuschauer so doch gelegentlich die Tatsache aus den Augen, dass hier eine sehr rührende, erstaunlich differenzierte Geschichte zum Thema Freundschaft und Loslassen erzählt wird. Doch selbst, wenn der Film sonst nichts taugen würde (was er definitiv tut!): Der Moment in welchem er kurz die gemeine Kommentarfunktion kommentiert, spricht mir aus dem Herzen wie selten etwas auf der Leinwand betrachtetes, und die Sequenz, in welcher Vanellope einen von Alan fucking Menken komponierten Anti-Disneysong zu enden alle Disneysongs singt, ist schlicht grenzgenial.

D.C.L.

L‘Ora Legale (Ab heute sind wir ehrlich, O-Ton)…

…hat ein paar wirklich amüsante Momente, bleibt aber insgesamt viel zu brav, klischeehaft und an der Oberfläche, um als Satire auf Korruption in einer sizilianischen Kleinstadt wirklich unter die Haut zu gehen.

D.C.L.