Bildbuch…

…ist ein wüster, ungemütlicher Bild- und Tonfluttrip, wie ihn das Kino so wahrscheinlich noch nie sah. In fünf jeweils bildthematisch verwobenen Episoden zerschneidet Godards Spätwerk, welches sich jeglicher Genreeinordnung entzieht, die Filmgeschichte, Nachrichtenaufnahmen und private Videos zu einer atemberaubend überfordenden Collage, um in seinen guten Momenten ein im besten Sinne bewusstseinserweiternder Kommentar auch das Medium Film, die Intertextualität, wie sie in noch jedem Bild vorhanden ist, sowie den Zustand der Welt und den Status Quo der sozialen Frage zu sein. Diese mitunter wenige Sekunden andauernden Erleuchtungssequenzen, in denen für ganz kurze Zeit Leinwand und Rezipient zu einer staunenden Denkeinheit verschmelzen, sind von so einer synaptischen Strahlkraft, dass ich sehr froh bin, diesen Film gesehen zu haben, der sich für meinen Geschmack einmal zu oft in seiner prätentiösen Attitüde verliert und mir einmal mehr zeigte, dass ich in diesem Leben wohl kein Godard-Jünger mehr werden werde.

D.C.L.


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